Die Klasse 9M berichtet:

Gleich am Montag nach den Weihnachtsferien hatten wir in der Klasse 9M Besuch. Die Oma unserer Mitschülerin Leoni, Frau Walter,  kam zu uns in die Klasse, um uns über das Leben in der ehemaligen DDR zu erzählen. Sie wohnt auch heute in Gera in Thüringen.

Im Vorfeld hatten wir in Gruppen Fragen zu verschiedenen Themen vorbereitet, nämlich zum Schulsystem, zur Jugendweihe,  zur Versorgung mit Waren, zum Reisen und noch mehr.

Jede Gruppe nahm die Antworten beim Interview mit dem Handy auf und wertete die Ergebnisse aus. Uns fiel auf, dass Leonis Oma das Leben in der DDR nie als einschränkend empfunden hat, weil sie nichts anderes kannte.

Für uns ist es schlecht vorstellbar, dass fast niemand einen privaten Telefonanschluss hatte und dass man 15 Jahre auf ein Auto warten musste.

Beeindruckt hat uns eine kleine Geschichte am Rande. In der ehemaligen DDR war es verboten, die Kinderwägen mit in ein Geschäft hineinzunehmen, also standen vor dem Supermarkt die Kinderwägen in Reih und Glied und niemand hatte Angst, dass ein Kind gekidnappt werden könnte. Wenn ein fremdes Baby schrie, hat man ihm den Schnuller wieder in den Mund gesteckt und die Mutter wäre nie auf den Gedanken gekommen, sich deshalb zu beschweren, sie hat sich im Gegenteil noch bedankt. Da in der DDR nie von Straftaten in der Zeitung berichtet wurde, denn schließlich musste die DDR immer als ganz vorbildliches Land dastehen, hatte auch niemand Angst und alle fühlten sich sicher.

Frau Walter hatte auch noch einige Dinge aus der DDR-Zeit dabei, z.B. Siegerurkunden von Sportveranstaltungen, denn Sport wurde in der DDR ganz hoch geschrieben. Wir konnten auch die Urkunde anschauen, die junge Menschen bei der Jugendweihe bekamen. Die Jugendweihe war ein Ersatz für die Konfirmation, weil in der DDR die Kirche sehr unbeliebt war. Bei der Jugendweihe mussten die Jugendlichen geloben, dass sie dem Staat der DDR treu dienen werden.

Wir fanden es interessant, Informationen aus erster Hand zu bekommen und Frau Walter meinte, sie fände es auch gut, dass nicht die Lehrerin von etwas erzählt, von dem sie auch nur aus Büchern weiß, sondern dass eine Zeitzeugin eingeladen worden war.

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