Tag der Anreise (Montag)
Morgens um 8 Uhr haben sich 32 mehr oder weniger fitte 8.Klässler in der Bertleinschule versammelt, um ins bfz nach Bayreuth zu fahren. Der Busfahrer (das Lied „Ein hoch auf unseren Busfahrer“ habe ich leider sehr vermisst) verstaute zügig die Koffer und ab ging die Reise.
Nach 50 Minuten Fahrzeit haben wir unser Ziel erreicht. Neben der Jugendherberge strahlte uns schon der Stacheldrahtzaun an. „Ob das wohl ein Gefängnis ist?“, fragte mich ein Schüler. Ne, ne. Das war das städtische Freibad. Die Herberge selbst machte auf den ersten Blick einen soliden Eindruck. An unsere Reise auf die Burg Wernfels in der 6. Klasse, kam es leider nicht heran. Aber das war auch schwer möglich. Nach einem kurzen Briefing zur Einrichtung, durften die Schüler voller Tatendrang in den ersten Kursvormittag starten und lernten ihre Anweiser kennen.
Mittags gab es Nudeln mit Tomatensoße und geriebenen Käse. Dazu konnte man aus dem reichhaltigen Salatbüffet seine eigene Kreation zusammenstellen, was jedoch nur sehr wenig genutzt wurde. Das Essen war „stabil“, aber auch noch ausbaufähig, der Tenor der Reisegruppe. In rasantem Tempo waren die meisten Schüler mit dem Schnabulieren fertig, da sie sich auf die Nachmittagskurse freuten.
Um 15 Uhr durften wir dann die Zimmer beziehen (Beziehen bezieht sich hierbei auf das Beziehen der Betten). Nachdem die diabetesfreie Nahrung quer in den Zimmern verteilt oder gar in den Bäuchen der Schüler landete, machten die Reiseleiter Rosenbauer und Tröschel mit der 8aM einen Ausflug in die City von Bayreuth, wo die Schüler eine Stunde Auslauf bekamen. Beliebte Ziele waren hierbei DM, KiK oder Tedi (Gott sei Dank gab es da solche Läden), die es in Lauf leider nicht gibt.
Hier wurden die Vorräte an Diätschmalzkringeln wieder aufgeladen und auch das ein oder andere Zuckergetränk wanderte in die Rucksäcke der Schüler, damit es in der Nacht nicht zu einer Unterzuckerung kommen konnte.
Nach einem leckeren und reichhaltigen Abendessen (manch ein Mädchen der Klasse versuchte sich sogar beim Kochen selbst mitgebrachter Instantnudeln – sie dachten bestimmt, es gibt dort nichts zum Essen!!!) gab es verschiedene Abendbeschäftigungen. Vielfältige Sportmöglichkeiten (Tischtennis, die hauseigene Eislaufbahn oder das in diesem Alter beliebte Zimmerhopping), gemütliches Beisammensitzen, zusammen Musizieren oder auch das Dampfbad in einem der Jungenzimmer wurden intensiv genutzt.
Auch diverse Meinungsaustäusche zwischen Lehrpersonal und SchülerInnen gehörten dazu.
Um 21 Uhr wurden dann die mobilen Endgeräte (ja Mehrzahl; manchmal reicht eines nicht aus!!!) eingesammelt und die müden SchülerInnen fielen fast von allein in ihre Betten. Den Schlafresistenteren unter ihnen wurden Hilfestellungen angeboten.
Ohne große Vorfälle, wie etwa das nächtliche Umherwandern durch die Flure der Jugendherberge oder Unterhaltungen mit anderen Gästen, kam der nächste Morgen, …
1. Werkstatttag (Dienstag)
… der den 1. Verlust bereit hielt. Mathematisch ausgedrückt waren wir nur noch x – 1 Teilnehmer. Das Bio-Frühstück war reichhaltig. Von Käse, Cornflakes und Nutella samt Brötchen aber auch Obst und Gemüse, was sich nicht großer Beliebtheit erfreute, war alles geboten. Zudem konnte man aus Kaffee, Tee, Wasser, Säften oder Kaba wählen.
Unser Busfahrer war pünktlich um 8:15 Uhr auf dem Parkplatz bereit. Die Fahrt nach Erlangen zu den Werkstätten war ruhiger als die Anreise nach Bayreuth. Ob dies an der harten Nacht zuvor gelegen hat?
In Erlangen begrüßte uns Toni, unser Werkstattchef bereits vor den Unterrichtsräumen, nachdem wir eine Ehrenrunde mit dem Bus durch die Innenstadt von Erlangen gedreht haben. Die Gruppen wurden eingeteilt und los ging es mit dem Kennenlernen der Bereiche Pflege, Handwerk Metall und Holz.
Im Bereich Pflege lernten die Schüler Berufe der Pflege kennen. Zudem durften sich die Schüler gegenseitig untersuchen, einen Parkinson-Handschuh anziehen und testen (hier kam es zu viel Gelächter auch beim Lehrpersonal) und sich auf Demenz testen.
Im Holzhandwerk stellten die Schüler einen Teufelsknoten her. Hierbei benutzten die Schüler Sägen, Messgeräte, Hammer und Meißel, um ihre Holzstücke zu bearbeiten. Dies gelang von Schüler zu Schüler sehr unterschiedlich. Aber zu guter Letzt hatten alle vorzeigbare Ergebnisse.
Im Metallhandwerk durften die Schüler ein Metallstück aus Aluminium bearbeiten, so dass dieses ein gratloser Flaschenöffner werden sollte.
Nach dem üblichen Aufräumen in Handwerksbetrieben, dass selten ohne Gemurre vonstattengeht, ging es um 15 Uhr wieder in den Bus nach Bayreuth. Im Bus wurden wir von unserem „Reiseleiter“ Y. musikalisch bestens unterhalten.
In der Jugendherberge angekommen, hatten die SchülerInnen erst mal Pause, ehe wir den nahegelegenen Lidl und auch DM (schon wieder!) aufsuchten. Leider kam diese Info bei einigen etwas schwerhörigen Mädchen nicht an, so dass ein zweiter Trupp etwas später losgeschickt werden musste. Beide Expeditionen wurden vom extrem sportlichen Sportlehrer Herr Tröschel (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Autor dieses Artikels, Anmerkung der Redaktion) geleitet, der an diesem Tag nach Kilometern hätte bezahlt werden müssen.
Andere betätigten sich währenddessen beim Tischtennis oder versuchten sich durch eine „Schnelldusche“ vom lästigen Waschen zu drücken. Dementsprechend roch unser Flur auch wieder eine billige Kopie einer Douglas-Parfümerie.
Zum Abendessen wurde unserer Gruppe Käsespätzle mit Röstzwiebeln serviert.
Der Abend klang aus mit Gesellschaftsspielen, Tischtennis, Kicker oder auch bei einigen mit sportlichem Klettern bzw. dem Suchen alternativer Ausgänge aus den Zimmern.
2. Werkstatttag (Mittwoch)
Die Müdigkeit schlich sich so langsam in die Gesichter der SchülerInnen. Die gut gemeinten Ratschläge der Lehrer wurden in der Nacht leider nicht berücksichtigt. Schlaf wird zumindest in der Nacht überbewertet. So schleppten sich immerhin noch 31 SchülerInnen nach einem leckeren Frühstücksbüffet in den bereitstehenden Bus. Auf der einstündigen Fahrt nach Erlangen fielen sogleich auch viele Äuglein zu. Auch in den Werkstätten ist dies den Anleitern nicht entgangen.
Dennoch gaben die Schüler mit halbvollem Akku (auch die Smarten Phones hatten nur noch halben Saft) ihr Bestes. Die Gruppe Holz baute anders als gestern eine Holzkiste nebst Deckel. Die anderen 2 Gruppen bauten bzw. erprobten altbewährtes.
Mittags merkte man schon, dass die ersten 2 Tage ihren Tribut gezollt haben. Die sonst so quirrlichen Schüler waren merklich ruhiger geworden.
Auch die Busfahrt nach „Hause“ war ruhiger und entspannter.
Ach ja:
Auf der Fahrt nach Erlangen gab es frühmorgens einen Zwischenstopp an der Schule in Lauf. Unser bester Turner wurde zu einem Sondereinsatz an die Schule zurückbeordert. Ein Weiterer vertrug das gesunde Essen nicht besonders gut. Somit waren wir seit diesem Morgen nur noch 29 tapfere Handwerker.
3.Werkstatttag (Donnerstag)
Das Aufstehen wird beschwerlich, die Augen träger, die Bewegungen langsamer. Jetzt geht es an die Substanz.
Tägliche Routine: Aufstehen – Anziehen – Zähne putzen (?) – Frühstücken – ab in den Bus
Heute weiterhin 29 Schüler – keine Ausfälle… noch nicht zumindest.
Die Zimmer der Schüler gleichen einem Trümmerfeld. Hygieneartikel da, leere Flaschen in Hülle und Fülle dort. Die Kleidungsstücke finden schon lange nicht mehr ihren Weg in den Schrank. Die Socken wild verteilt (teilweise noch in den Schuhen). Die Lehrer haben aber auch nichts anderes erwartet. Das wird morgen früh eine große Aufräumaktion nach sich ziehen.
Die Arbeit in den Werkstatträumen verläuft wie immer reibungslos und die Anleiter haben nur lobende Worte für unsere Schüler übrig.
Mal schauen, was der letzte Abend für alle bereithält… Das letzte Abendmahl und viele müde Gesichter. Die Nacht wurde merklich entspannter für die Lehrkräfte.
Abreisetag (Freitag)
Nach einem ausgiebigen Frühstück stand das Aufräumen der Zimmer auf dem Plan. Je nachdem wie am Abend zuvor vorgearbeitet wurde, war von gemütlich bis hektisch alles dabei.
Danach ging es noch zu den Betreuern in die Kleingruppen, um die Woche zu reflektieren.
Gegen 11:30 ging es dann mit unserem Bus wieder nach Lauf zurück. Auf der Fahrt zeigte sich, dass diese Woche ihre Spuren hinterließ.
Andrea Theis-Brem, Hannah Rosenbauer und Thomas Tröschel für die Klassen 8a und 8M
